Das Tempo und der Umfang der Änderungen in den nationalen Vorschriften der letzten Jahre veranlassen Anwälte, Steuerberater und vor allem die Steuerzahler selbst, sich die oben gestellte Frage zu stellen.
Unsere Kanzlei betreut seit über 10 Jahren Mandanten im Bereich der effektiven und sicheren Planung steuerlicher Konsequenzen ihrer Investitionen und Geschäftsprojekte. In dieser Zeit hat sich das steuerliche Umfeld nicht nur in Polen, sondern weltweit radikal verändert.
In diesem relativ kurzen Zeitraum sind bedeutende Änderungen in den nationalen Vorschriften eingetreten, die Auswirkung eines breiteren Trends unter den OECD-Ländern und der Europäischen Union sind, die auf die Bekämpfung der Steuerbemessungsgrundlagenerosion und Gewinnverlagerung (BEPS) abzielen.
Wichtige Änderungen, die die Steuerplanung betreffen:
- CFC-Regeln – Pflicht zur Besteuerung von Einkünften ausländischer Tochtergesellschaften unter bestimmten Bedingungen.
- MDR (Mandatory Disclosure Rules) – Pflicht zur Meldung von Steuergestaltungen.
- CRS (Common Reporting Standard) – automatischer Austausch von Finanzinformationen zwischen Ländern.
- Anti-Umgehungsklausel – die Steuerbehörde kann eine vorwiegend steuerlich motivierte Transaktion außer Acht lassen.
- Verrechnungspreisvorschriften – verschärfte Regeln für Transaktionen zwischen verbundenen Unternehmen.
Ist Steuerplanung noch möglich?
Ja, aber sie erfordert einen grundsätzlich anderen Ansatz als vor 10 Jahren. Moderne Steuerplanung muss substanzbasiert, compliant, transparent und verhältnismäßig sein.
Die Ära der aggressiven Steueroptimierung mittels Briefkastengesellschaften und künstlicher Strukturen ist definitiv vorbei.
Paweł Osiński
Rechtsanwalt, Experte für internationale Steuerplanung und Unternehmensstrukturen