Das Familienstiftungsgesetz führt ein auf den ersten Blick attraktives Instrument für polnische Unternehmer ein, die ihr Familienvermögen schützen und die Nachfolge planen möchten. Aufgrund meiner Erfahrung bei der Beratung von Mandanten zu polnischen und liechtensteinischen Stiftungen habe ich jedoch ernsthafte Vorbehalte.
Das Versprechen
Auf dem Papier bietet die polnische Familienstiftung: Vermögensschutz vor Gläubigern einzelner Familienmitglieder, steuereffiziente Nachfolgeplanung und einen strukturierten Mechanismus zur Verwaltung des Familienvermögens über Generationen.
Die Realität
- Steuerliche Instabilität – innerhalb von Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes signalisierte das Finanzministerium Änderungen der steuerlichen Behandlung.
- Regulatorische Unvorhersehbarkeit – das polnische Rechtssystem zeichnet sich durch häufige, oft schlecht ausgearbeitete Gesetzesänderungen aus.
- Richterliche Unsicherheit – Streitigkeiten über Stiftungen werden von polnischen Gerichten entschieden, die mit dokumentierten Problemen kämpfen.
Die Alternative: Liechtenstein
Aus diesen Gründen empfehle ich konsequent das Fürstentum Liechtenstein als bevorzugte Jurisdiktion für Familienstiftungen. Ja, es kostet mehr – aber Premium-Produkte kosten nun einmal mehr.
Paweł Osiński
Rechtsanwalt, Experte für Familienstiftungen